»Entspanne dich in der Weite,
die nicht greifbar ist,
bleibe gelöst, offen, ohne an irgendetwas festzuhalten.«

Götsangpa (1189–1258), Tibet

Seminare

... eine Gelegenheit, den bud­dhistischen Weg genauer kennenzulernen und mit anderen gemeinsam zu üben 

Der Schwerpunkt der Karma Kagyü Tradition liegt auf der Praxis von Mahamudra, dem „Großen Siegel“. Mahamudra steht für die Einheit von Mitgefühl und Weisheit und handelt somit vom zeitlos gültigen und kulturunabhängigen Kern des Buddhismus. Grundlage für diese tiefgehende meditative Praxis ist ein Verständnis von der Fähigkeit des Geistes, klar und seiner selbst bewusst zu sein. Dieses Verständnis erschließt sich dann, wenn man mit den eigenen Bewusstseinsprozessen sowie deren Hintergrund und Auswirkungen vertraut wird. „Verständnis“ umfasst dabei sowohl die theoretische Kenntnis des Geistes und seiner Funktionsweisen als auch – und letztlich hauptsächlich – die erfahrungsverbundene Einsicht aus Meditation, die unsere Lebensqualität von Grund auf transformieren kann. In den Seminaren beleuchten wir dies aus verschiedenen Perspektiven und wollen damit eine Grundlage schaffen, auf der sich die Praxis des Mahamudra-Wegs entfalten kann. Die Themen stammen aus dem sog. Bodhipath-Curriculum, das Shamar Rinpoche für Praktizierende im Westen entwickelt hat. Der Schwerpunkt der Meditation liegt auf dem in Achtsamkeit eingebetteten Üben von Geistesruhe und Einsicht sowie dem Mahayana-Geistestraining und der sog. Chenresig-Praxis.

Die 8-wöchigen Kurse bestehen aus jeweils einer Zusammenkunft pro Woche (derzeit Do., 18.30-21.00) und Hausübungen zwischen diesen Einheiten (ca. 30-50 Minuten täglich).
Die Tagesseminare finden an Samstagen oder Sonntagen statt und umfassen ca. 7 Stunden. 
Die Wochenendseminare bzw. auch Workshops beginnen meist am Freitag Abend und erstrecken sich über den Samstag und Sonntag mit etwas unterschiedlichen Zeiten, die jeweils angegeben sind.
Mit unseren sog. Retreats, für die wir uns auch in Seminarzentren außerhalb von Wien einmieten, versuchen wir, Rahmenbedingungen für intensivere Meditation zu bieten. Dies kann uns in unserer spirituellen Suche tiefer verankern und neue Freiräume entstehen lassen. Die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe kann zudem die Erfahrungen, die sich durch Meditation einstellen, intensivieren.       
Haftungshinweis: Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen erfolgt auf eigene Verantwortung. Seminarleiter und Veranstalter übernehmen keinerlei Haftung für anlässlich der Kursteilnahme entstehende Personen- und Sachschäden.

 ********    

Tina  Dr. Tina Draszczyk

Aus Liebe zum Leben: 
den Geist schulen - seine Natur erkennen
ein 8-wöchiger, praxisbezogener Kurs: 3. 10. – 5. 12. 2019 

Das Mahayana Geistestraining (tib. Lojong) ist eine Praxis, durch die sich unser wahres Wesen, unsere Buddha-Natur, entfalten kann. Der Grund dafür ist, dass diese Übung drei zentrale Themen unseres Weges umfasst, die allesamt untrennbar mit Achtsamkeit verwoben sind: das Entwickeln von Mitgefühl, von innerer Ruhe und von tiefer Einsicht in die Natur des Geistes. In der Art, wie Shamar Rinpoche das Geistestraining unterrichtet hat, liegt der Fokus darauf, diese Aspekte zu einer untrennbaren Einheit werden zu lassen. Er betonte, u. a. in seinem Buch Lojong, der buddhistische Weg zu Mitgefühl und Weisheit, dass man mit dieser Praxis den gesamten Weg des Erwachens durchlaufen könne. 

Der Kurs beruht auf 3 Säulen:
• Wöchentliche Abende, in denen angeleitete Meditation und Theorie kombiniert werden. Jeder der acht Abende ist einem bestimmten Thema gewidmet, das u.a. mithilfe von Kontemplation erforscht wird.
• Erfahrungsaustausch in der Gruppe.
• Tägliche formale Meditation (ca. 30 Minuten) sowie informelle Achtsamkeitspraxis zu Hause zur Integration in den Alltag. 

Zielgruppe: alle,
• die Mitgefühl und Weisheit in sich entdecken, vertiefen und stabilisieren,
• sich dabei von den Lehren des Buddha inspirieren lassen,
• in eine regelmäßige Meditations- und Achtsamkeitspraxis eintauchen,
• sowie ihre Praxis durch fundiertes Wissen festigen möchten
• und den Austausch sowie die gegenseitige Unterstützung in einer Gruppe schätzen.

Kursrahmen: 
• telefonisches Vorgespräch
• acht Abende, jeweils Do.: 3.10. – 5.12. 2019 von 18.30–ca. 21.00h (keine Kursabende am 10.10. und 28.11. 2019)
• „Tag der Stille“: So., 24. 11. 2019, 15.00–ca.20.00h 

Anmeldung: bei der Kursleiterin:tina.draszczyk@gmail.com 

Kursleiterin: Dr. Tina Draszczyk promovierte in Buddhismuskunde und Tibetologie und ist Dharma- sowie Achtsamkeitslehrerin. Ihren Zugang zu buddhistischer Praxis fand sie Ende der 70er Jahre. Von 1992 bis 2005 vertiefte sie ihre Kenntnisse am Karmapa International Buddhist Institute in Neu-Delhi, wo sie auch als Dolmetscherin tätig war. Sie ist Autorin einer Vielzahl von Artikeln und Büchern und hat, gemeinsam mit ihrem Mann, zahlreiche Unterlagen für Meditationspraxis herausgegeben. Außerdem betreut sie seit 1984 das Karma Kagyü Sangha-Zentrum in Wien und unterrichtet, von Shamar Rinpoche dafür autorisiert, in den Bodhi Path-Zentren in Europa.  

Kursbeitrag: Euro 370,- (inkl. Kursunterlagen)

Die Themen der 8 Wochen:
1. Einheit: Der Kernpunkt des Geistestrainings und Vorbereitungen
2. Einheit: Vorbereitungen, Fortsetzung   
3. Einheit: Zuflucht und relatives Bodhicitta
4. Einheit: Absolutes Bodhicitta  
5. Einheit: Absolutes Bodhicitta, Fortsetzung. Geben und Annehmen
6. Einheit: Geben und Annehmen, Fortsetzung    
7. Einheit: Herausforderungen zum Weg werden lassen  
8. Einheit: In Beziehung mit sich und anderen sein und bleiben

Buchempfehlungen:
Shamar Rinpoche, Lojong, der buddhistische Weg zu Mitgefühl und Weisheit (Joy Verlag, 2019)
Pema Chödrön, Tonglen, der tibetische Weg mit sich selbst und anderen Freundschaft zu schließen (Arbor Verlag, 2001)

Ausblick: Auf diesen Kurs folgen verschiedene Aufbaukurse sowie Me­di­ta­tions-Retreats, die von Karma Kagyü Sangha Wien angeboten werden. Darin werden sowohl philoso­phische und psychologische Themen des Buddhismus behandelt als auch spezifische Formen buddhistischer Meditation. Dieses Angebot soll Praktizierende darin unterstützen, sich umfassende Kenntnisse der buddhistischen Lehren anzueignen und durch ihre Vertrautheit mit Meditation einen selbständigen Zugang und individuellen Rhythmus in ihrer spirituellen Praxis zu entwickeln.   

 ********   

Seminar: Chenresig-Praxis, die Einheit von Weisheit und Mitgefühl

Paul 2018Paul Waibl

Sa., 2. Nov. 2019, 10.00h - ca. 20.00h

Chenresi (Sansk.: Avalokiteshvara) verkörpert Weisheit und Mitgefühl und damit letztlich die Natur unseres eigenen Geistes. Bei der sog. Chenresi-Praxis handelt es sich um eine Vajrayana-Methode, die den Kernpunkt des buddhistischen Tantra in einer leicht zugänglichen Form ermöglicht. Dieser Kernpunkt besteht darin, das Ziel, d.h. den erleuchteten Geisteszustand von Weisheit und Mitgefühl, zum Weg zu machen und damit in die Gegenwart zu bringen. Konkret üben wir uns in Meditation so, dass wir uns dieser inneren Qualitäten immer deutlicher gewahr werden. Unterstützt wird dieser Prozess durch Phasen der Stille, Visualisationen, Mantra-Wiederholungen und Gebete. Der „Vorteil“ der Chenresi-Praxis, die wir hier verwenden ist, dass dafür keine spezifischen Ermächtigungen erforderlich sind. Shamar Rinpoche hat uns immer wieder empfohlen, diese Praxis regelmäßig durchzuführen, da sie den Verlauf der Mahamudra-Meditation sehr unterstützen kann.

Paul Waibl widmet sich der Chenresi-Praxis seit Jahrzehnten. Er hat ein umfangreiches Wissen über den Buddhismus und viel Erfahrung in Meditationspraxis. Wir freuen uns sehr darüber, dass er dieses Programm bei uns abhält.

Zeiten:  10.00-ca. 20.00h 
Beitrag: Euro 70,- (KKS-Mitgl. 60,-)
Anmeldung: bitte per E-Mail: info@karma-kagyu.at

 *******

Einführungsvortrag: Einsichts-Dialog die Kraft des gemeinsamen Meditierens

Bhante Sukkhacitto (in Deutsch)
Fr., 15. Nov. 2019, 19. - 21.00h

Wochenend-Seminar: Einsichts-Dialog die Kraft des gemeinsamen Meditierens

Bhante Sukkhacitto (in Deutsch)
Sa., 16. -  So., 17. Nov. 2019 

Einsichtsdialog ist eine Meditationspraxis, die auf Vipassana beruht und bei der wir die in der Meditationsübung entwickelte Acht­samkeit und Geistesruhe in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen einbringen. Dies er­möglicht uns, Dinge wahrzunehmen und zu verste­hen, die wir normalerweise in der Geschäftigkeit unseres Lebens übersehen, und mehr Akzeptanz für uns selbst und andere aufzubringen. In dem Maße, in dem wir zu dieser Erfahrung erwachen, fließen Einsicht, Klarheit, Leichtigkeit und Freude in unsere Beziehung zu anderen. In diesem Workshop meditieren wir daher mitei­nander - nicht nebeneinander! Das geschieht im Wechsel von angeleitetem Einsichtsdialog, stiller Meditation und kurzen Phasen der Gehmeditation und der achtsamen Bewegung. Im Einsichtsdialog kom­men wir in direkten persönlichen Kontakt mit zen­tralen menschlichen Erfahrungen. In der Übung werden wir Schritt für Schritt mit den Medita­tionsanleitungen des Einsichtsdialoges vertraut gemacht und in der Kontemplation angeleitet. 

Bhante Sukhacitto: gebürtig in Bad Nenndorf, kam im Alter von 23 Jahren 1986 erstmals in Thailand mit der Buddhalehre in Berührung, wo er auf den Lehrer Ajahn Buddhadasa traf. Seit 1990 ist er voll ordinierter Mönch der Theravada Tradition. Im Jahre 1993 kehrte er in den Westen zurück und sammelte Erfahrungen in verschiedenen anderen buddhistischen Traditionen. Er lebte mehrere Jahre in Klöstern der Ajahn Chah Tradition in England und in der Schweiz. In 2005 lernte er den Einsichtsdialog (n. Gregory Kramer) kennen und lehrt diesen seit 2010 weltweit. Inspiriert durch die Kraft der zwischenmenschlichen Meditationspraxis gründete er 2016 das Kalyana Mitta Vihara, das Haus der Edlen Freundschaft www.dhammadialog.de

Beitrag für den organisatorischen Aufwand: Euro 50,00
Beitrag für den Lehrer: Dana / Spende nach eigenem Ermessen
Zeiten: Sa. 9.00-18.00; So. 9.00-15.00
Anmeldung: bitte per E-Mail an: info@karma-kagyu.at 

******

Eine Buchpräsentation mit Workshop

Radikal glücklich - Eine ungewöhnliche Gebrauchsanleitung für unseren Geist
Erric Solomon (Englisch mit Übersetzung ins Deutsche)
Sonntag, 17. November 2019, 15:30-18:00
Buchpräsentation mit praktischen Übungsanleitungen, anschließend Diskussion

Können wir in einer Welt der Hochgeschwindigkeit und des pausenlos Verfügbarseins wirklich Zufriedenheit und Sinn erfahren? Ja, sagt Erric Solomon. Glück und Wohlbefinden sind immer zugänglich, sogar dann, wenn das Leben wirklich herausfordernd ist. Indem wir unseren Geist und unser Herz verstehen lernen, können wir unsere Perspektive ein klein wenig verändern und dadurch tiefgreifende Veränderungen in unserem Leben bewirken. 

Das Buch „Radikal glücklich“ wurde von Erric Solomon in Zusammenarbeit mit Phakchok Rinpoche auf Basis der uralten Weisheit des tibetischen Buddhismus entwickelt und ist speziell auf die Herausforderungen der modernen Lebensweise zugeschnitten. Die Teilnehmer*innen gewinnen einen ersten Einblick in das Buch und entdecken durch kurze angeleitete Meditationen und Kontemplation ihren natürlichen Zugang zu Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit, die wir bereits in uns tragen. Anschließend gibt es die Möglichkeit Fragen zu stellen und sich auszutauschen. 

Anmeldung: nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist offen für alle TeilnehmerInnen.
Beitrag: kostenfrei. Spenden sind willkommen.

Erric Solomon war viele Jahre Mitarbeiter im Labor für Künstliche Intelligenz am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.). Während dieser Zeit arbeitete er mit führenden Expert*innen auf diesem Gebiet zusammen und entwickelte seine Leidenschaft dafür, den menschlichen Geist und seine Funktionsweise zu verstehen. So wandte er sich dem Buddhismus zu, studierte schließlich bei spirituellen Meistern, wie Dilgo Khyentse Rinpoche, Tulku Urgyen Rinpoche und Nyoshul Khen Rinpoche, absolvierte ein dreijähriges Retreat und ließ sich zum Meditationslehrer ausbilden. Sowohl in den USA wie auch in Europa ist er als Referent in buddhistischen Zentren und Unternehmen, aber auch in Gefängnissen zu Gast. Zudem leitet er Seminare und Retreats.
Tsoknyi Rinpoche über Erric Solomon: „Erric hat mehr als zwei Jahrzehnte lang den Buddhismus studiert und praktiziert, und mit nahezu allen großen Meistern unserer Zeit zusammengearbeitet, wie Dilgo Khyentse Rinpoche, Tulku Urgyen Rinpoche und Nyoshul Khen Rinpoche. Danach absolvierte er ein traditionelles Drei-Jahres-Retreat. Und so basiert sein Verständnis nicht nur auf intellektuellem Wissen, sondern auf einer authentischen Erfahrung, die aus jahrelanger, ernsthafter Praxis entsteht.“  

 ******

 

Retreat am BergZendo im März 2020:  

Aus Liebe zum Leben – den Geist schulen, seine Natur erkennen – ein Meditations-Retreat im Schweigen 
Dr. Tina Draszczyk
Do., 12. – So., 15. März 2020 in Niederösterreich 

In der Stille des Bergzendo (Hohe Wand) meditieren wir im Sitzen und in Bewegung. Unsere gemeinsame Praxis, die sich über den ganzen Tag erstreckt und vorwiegend in Stille stattfindet, ermöglicht uns innezuhalten und tief in Meditation und Achtsamkeit einzutauchen. Wir üben uns darin, mit all dem, was sich an der Oberfläche unseres Geistes abspielt, angemessen umzugehen, seien dies Gedanken, Emotionen, Erinnerungen oder Sinneseindrücke. Diese Bedingungen – die äußere Stille, das gemeinsame Üben und die innere Arbeit – erleichtern es uns, mehr innere Ruhe und Klarheit in uns zu entdecken und zu fördern. Morgens und abends finden entsprechende kurze Rezitationen statt 
Das Thema, mit dem wir uns während dieser Tage befassen werden, sind die sog. sechs Paramitas oder Vollkommenheiten. Als Dharma-Praktizierende teilen wir oft die Sehnsucht, sowohl im Alltag ein gutes Leben zu leben und zum Wohlbefinden von anderen und von uns selbst beizutragen als auch in unserer Meditationspraxis jene tiefe und weite Qualität unseres Geistes zu entfalten, die zu umfassender Weisheit und uneingeschränktem Mitgefühl und damit jenseits von Dualität führt, kurzum den Weg eines Bodhisattva zu gehen. Offensichtlich ist dies kein leichtes Unterfangen. Die sechs Paramitas, d. h.  Geben, Ethik, Akzeptanz, Ausdauer, Meditation und Einsicht, weisen uns hier den Weg. Vielleicht ist es für uns derzeit unmöglich, diese Eigenschaften als Vollkommenheiten zu praktizieren - aber wir üben uns dennoch darin, und es ist genau dieses Üben, wodurch das, was unmöglich scheint, irgendwann möglich wird. Im Rahmen dieses Retreats befassen wir uns mit diesen sog. Vollkommenheiten und unserem derzeit vermutlich unvollkommenen Zugang dazu. Wir meditieren gemeinsam, tauschen uns darüber aus und frischen somit unsere Inspiration für den Bodhisattva-Weg auf. Quellen sind dabei sowohl Gampopas Juwelenschmuck der Befreiung, als auch Auszüge aus Sutras zur Vollkommenheit der Weisheit und zeitgenössische Darstellungen der Paramitas.
Die Grundlage für die Meditationsanleitungen sind Auszüge aus verschiedenen Lehrreden des Buddha (zu den Themen: Achtsamkeit, Meditation, Sichtweise und Ethik) sowie Meditationsanleitungen (Methode, Verlauf etc.) von Shamar Rinpoche und weiteren buddhistischen Meistern. 
Ort: BergZendo (www.bergzendo.at/). Am Almfrieden 87, 2724 Hohe Wand
Gruppengröße: maximal 22 Personen
Zielgruppe: Menschen mit regelmäßiger Meditations- bzw. Achtsamkeitspraxis 
Zeiten: Donnerstag Beginn mit Abendessen um 18.30. Kurs: 19.30-ca.21.00; Do./Sa: 07.00-ca.21.00; So. 07.00-ca. 13.00 (mit Mittagessen)
Beitrag: für das Seminar inkl. Vollpension (vegetarisch), Dusche und WC am Gang.
folgt in Kürze.  EZ sind nur bei frühzeitiger Anmeldung möglich. 
Anmeldung: bitte (mit Angabe des Zimmerwunsches) per E-Mail an: tina.draszczyk@gmail.com. Nach Anmeldung per E-Mail erhalten Sie/erhaltet Ihr die Konto-Nr. nach Einzahlung des Seminarbetrages ist ein Platz reserviert und die Anmeldung verbindlich.
Storno: Bei Rücktritt vor dem Anmeldeschluss (2 Wochen vor Seminarbeginn) werden 20%  der Kosten einbehalten. Nach Anmeldeschluss wird der volle Seminarbeitrag einbehalten, es sei denn ein/e Ersatzteilnehmer/in übernimmt den Platz.
Haftungshinweis: Die Teilnahme an diesem Seminar erfolgt auf eigene Verantwortung. Seminarleiter und Veranstalter übernehmen keinerlei Haftung für anlässlich der Kursteilnahme entstehende Personen- und Sachschäden.

******

Workshop: Lust, Mögen und Verlangen: Buddhistische und psychologische Perspektiven
mit Akincano M. Weber und Christoph Köck

Fr., 27. – So., 29. März 2020
Beginn: Fr. 18:00h. Ende: So., 16:00
Veranstalter: Bodhi College
Kursbeitrag: € 225,00 (ohne zusätzliche Dana-Bitte)
Anmeldung: nur bei Bodhi College direkt: https://bodhi-college.org/events/15-lust-mogen-und-verlangen-buddhistische-und-psychologische-perspektiven/region-EU/
Ort: KKS, Buddh. Zentrum
Fleischmarkt 16/Stiege I, 2. Stock
1010 Wien  

Frühbuddhistische Darlegungen sehen im Begehren (tanha,lit. ‚Durst‘ oder ‚Dürre‘) eine zentrale Kraft hinter der Erfahrung von Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit und führen viele Schattierungen des Leidens – körperlicher oder psychischer Schmerz, Verlust, Enttäuschung, Frustration und Belastung – direkt oder indirekt auf Formen des Begehrens zurück. Der scheinbar unverfängliche Begriff ‚Begehren‘ verschleiert dabei die Tatsache, dass die Gegenstände unseres expliziten Wollens oft einen tiefer liegenden existentiellen Zustand verdecken, der Wesen auf vielerlei Weise nötigt, fortwährend nach Bestätigung, Befriedigung und Beschwichtigung zu suchen.

Auf einen ersten Blick hegen buddhistische Traditionen offenkundige Missbilligung für das Begehren und sehen in seinen Formen eine unersprießliche und Leiden schaffende Kraft. Das Ausmaß unserer Sehn­sucht, unseres Verlangens und Ehrgeizes und das Pathos der auf sie folgen­den Suche werden dadurch kompliziert, dass Begehren nicht nur Leiden schafft, sondern auch als Motor von Motivation, dem Streben nach Vervollkommnung und nach Befreiung wirkt. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren die alten Lehren eine vielschichtigere Perspektive auf die Mehr­deutigkeit von Begehren – und erschließen ein Unterscheidungsvermögen und hilfreiche An­sätze, um destruktive in konstruktive Kräfte des Wollens umzuwandeln.

Das Praxiswochenende widmet sich einer Klärung des Begriffs und der Rolle des Begehrens, wie westliche und buddhistische Psychologien es verstehen. In der Erkenntnis, dass Verlangen nicht einfach negiert werden kann, soll der Kurs dazu beitragen, das Zusammenspiel von Lust, Verlangen und Sucht in unserem Leben durch die Linse buddhistischer Psychologie tiefer zu verstehen und einige der Werkzeuge kontemplativen Geistestrainings vorzustellen; diese werden psychologisch und mit einem Blick auf jüngere Forschungen in den Neurowissenschaften verortet. 

Das Wochenende findet in einem Praxis- und Theorieverhältnis von 50:50 statt, besteht aus Stoßreferaten, stillen und geführten Meditationsübungen und Gelegenheit zu Diskussion und Gruppengespräch. Es zielt darauf ab, Achtsamkeits-Praktizierenden Wege zu bieten, Verlangen, seinen Mustern und Bedingungen realistisch zu begegnen und sich transformativ mit ihnen auseinanderzusetzen.

Geeignet: für Anfänger und Erfahrene in der Ausübung des Dharma
Unterkunft muss von den Teilnehmern gesondert gebucht werden.
Tee und Kaffee sind gegen eine kleine Spende erhältlich
Vollständige Bezahlung zum Zeitpunkt der Buchung ist notwendig. (Anzahlungen sind bei Wochenendkursen nicht möglich.)
Eine begrenzte Anzahl von durch ein Stipendium geförderten Plätzen ist für diesen Kurs vorhanden.

Lehrer: AKINCANO M. WEBER ist Dharmalehrer und Therapeut. Er war 20 Jahre Mönch in Europa und Asien und ist der Praxis und Überlieferung des frühen Buddhismus verbunden. Interessen: Texte des indischen Buddhismus, Geistessammlung, kontemplative Psychologie. Er studierte Buddhistische Psychotherapie in London (M.A.), unterrichtet international Meditation und Buddhistische Psychologie und führt eine Praxis für Dialogische Prozessbegleitung. Akincano ist Mitbegründer von Bodhi College, leitet Atammaya Köln, ist Dozent für verschiedene MBSR-Institute und Teil des CPP-Programmes; er lebt mit seiner Frau in Köln. 

CHRISTOPH KÖCK, geb. 1962 in Wien, lebte 17 Jahre als Mönch, vornehmlich in Klöstern verbunden mit Ajahn Chah in Thailand und Europa. Seit 2001 lebt er wieder in Wien, wo er auch als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig ist. Langjährige internationale Lehrtätigkeit in Meditation und Buddhismus.

 *********

Aus Liebe zum Leben: den Geist schulen - seine Natur erkennen
Die sechs Vollkommenheiten oder Paramitas
ein 8-wöchiger, praxisbezogener Kurs: 6. Feb – 9. April 2020 
Dr. Tina Draszczyk

Als Dharma-Praktizierende teilen wir oft die Sehnsucht, sowohl im Alltag ein gutes Leben zu leben und zum Wohlbefinden von anderen und von uns selbst beizutragen als auch in unserer Meditationspraxis jene tiefe und weite Qualität unseres Geistes zu entfalten, die zu umfassender Weisheit und uneingeschränktem Mitgefühl und damit jenseits von Dualität führt, kurzum den Weg eines Bodhisattva zu gehen. Offensichtlich ist dies kein leichtes Unterfangen. Die sechs Paramitas, d. h. die Vollkommenheiten von Geben, Ethik, Akzeptanz, Ausdauer, Meditation und Einsicht, weisen uns hier den Weg. Vielleicht ist es für uns derzeit unmöglich, diese Eigenschaften als Vollkommenheiten zu praktizieren - aber wir üben uns dennoch darin, und es ist genau dieses Üben, wodurch das, was unmöglich scheint, irgendwann möglich wird. Unser Fokus liegt auf diesem Prozess. Wir befassen uns mit den Vollkommenheiten, den Paramitas, und unserem derzeit vermutlich unvollkommenen Zugang dazu. Wir üben gemeinsam, tauschen uns darüber aus und frischen somit unsere Inspiration für den Bodhisattva-Weg auf. Quellen sind dabei sowohl Gampopas Juwelenschmuck der Befreiung, als auch Auszüge aus Sutras zur Vollkommenheit der Weisheit und zeitgenössische Darstellungen der Paramitas. 

Der Kurs beruht auf 3 Säulen:
• Wöchentliche Abende, in denen angeleitete Meditation und Theorie kombiniert werden. Jeder der acht Abende ist einem bestimmten Thema gewidmet, das u.a. mithilfe von Kontemplation erforscht wird.
• Erfahrungsaustausch in der Gruppe.
• Tägliche formale Meditation (ca. 30 Minuten) sowie informelle Achtsamkeitspraxis zu Hause zur Integration in den Alltag. 

Zielgruppe: alle,
• die Mitgefühl und Weisheit in sich entdecken, vertiefen und stabilisieren,
• sich dabei von den Lehren des Buddha inspirieren lassen,
• in eine regelmäßige Meditations- und Achtsamkeitspraxis eintauchen,
• sowie ihre Praxis durch fundiertes Wissen festigen möchten
• und den Austausch sowie die gegenseitige Unterstützung in einer Gruppe schätzen.

Kursrahmen: 
• telefonisches Vorgespräch
• acht Abende, 6. Feb. - 9. April 2020, jeweils Donnerstag, 18.30–ca. 21.00h
(Achtung: kein Kursabend am 2. April 2020)
• „Tag der Stille“: Sa., 21. März 2020, 15.00– ca.20.00h 

Anmeldung: bei der Kursleiterin:tina.draszczyk@gmail.com 

Kursleiterin: Dr. Tina Draszczyk promovierte in Buddhismuskunde und Tibetologie und ist Dharma- sowie Achtsamkeitslehrerin. Ihren Zugang zu buddhistischer Praxis fand sie Ende der 70er Jahre. Von 1992 bis 2005 vertiefte sie ihre Kenntnisse am Karmapa International Buddhist Institute in Neu-Delhi, wo sie auch als Dolmetscherin tätig war. Sie ist Autorin einer Vielzahl von Artikeln und Büchern und hat, gemeinsam mit ihrem Mann, zahlreiche Unterlagen für Meditationspraxis herausgegeben. Außerdem betreut sie seit 1984 das Karma Kagyü Sangha-Zentrum in Wien und unterrichtet, von Shamar Rinpoche dafür autorisiert, in den Bodhi Path-Zentren in Europa.  

Kursbeitrag: Euro 380,- 

Die Themen der 8 Wochen:  
1. Einheit: Geben
2. Einheit: Ethik
3. Einheit: Akzeptanz
4. Einheit: Freudige Ausdauer
5. Einheit: Meditation
6. Einheit: Weisheit,       
7. Einheit: Weisheit, Forts.
8. Einheit: Die Einheit aller Paramitas

Buchempfehlungen:
Gampopa, Der Juwelenschmuck der Befreiung (Norbu Verlag)
Norman Fischer, The World Could be Otherwise (Shambala Public., 2019)

Ausblick: Auf diesen Kurs folgen verschiedene Aufbaukurse sowie Me­di­ta­tions-Retreats, die von Karma Kagyü Sangha Wien angeboten werden. Darin werden sowohl philoso­phische und psychologische Themen des Buddhismus behandelt als auch spezifische Formen buddhistischer Meditation. Dieses Angebot soll Praktizierende darin unterstützen, sich umfassende Kenntnisse der buddhistischen Lehren anzueignen und durch ihre Vertrautheit mit Meditation einen selbständigen Zugang und individuellen Rhythmus in ihrer spirituellen Praxis zu entwickeln.   

 ********